AKADEMISCHES LEHRKRANKENHAUS

Beschützende Station für akut erkrankte Demenzpatienten


Die Geriatrisch-Internistische Station für akut erkrankte Demenzpatienten wurde als kleine, spezialisierte 6-Betten-Therapieeinheit 2004 gegründet. Sie hat Modellcharakter für die Optimierung der stationären Versorgung von multimorbiden Patienten mit Demenz. Inzwischen wurden in verschiedenen Krankenhäusern Therapieeinheiten eingerichtet, die sich an diesem Modell orientieren.

Welche Indikationen werden behandelt?

Behandelt werden

  • Ältere Patienten mit einer Demenz und zusätzlich einer somatischen Diagnose, die eine internistische oder geriatrische Krankenhausbehandlung rechtfertigt,
  • geriatrische Patienten mit einem deliranten Syndrom (z.B. nach einem operativen Eingriff, bei akuten Infektionen, bei Störungen des Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushalts u.v.a.m.).

Eine Kontraindikation für diese Spezialstation stellen monitor-/überwachungspflichtige Krankheitsbilder dar. Nicht geeignet sind weiterhin dauerhaft bettlägrige Patienten, da diese vom spezifischen Behandlungskonzept kaum profitieren können. Für diese Patientengruppen bestehen nach Rücksprache ggf. Behandlungsmöglichkeiten in anderen Bereichen des Hauses.

Wie sieht das Behandlungskonzept aus?

  • Das Behandlungsteam besteht aus Ärzten, Pflegekräften, Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden, Musiktherapeuten, und Psychologen. An der ärztlichen Betreuung sind ständig Fachärzte für Innere Medizin, Psychiatrie und Allgemeinmedizin beteiligt.
  • Medikamentöse internistische und psychopharmakologische Therapie werden aus einer Hand kontinuierlich aufeinander abgestimmt.
  • Das Pflegepersonal ist in demenz-spezifischen Pflegekonzepten (z.B. Validation, Biographiearbeit) fortgebildet.
  • Die räumliche Ausgestaltung ist nach milieutherapeutischen Prinzipien konzipiert.
  • Die Station ist halbgeschlossen durch einen Code-geschützten Ausgang.
  • Therapieeinheiten (z.B. physio- oder ergotherapeutisch oder logopädisch) sind in den alltagsnahen Tagesablauf integriert.

Wie erfolgt die Zuweisung?

Patienten werden nach vorheriger telefonischer Absprache mit dem diensthabenden Oberarzt aufgenommen oder von anderen stationären Einrichtungen übernommen. Wir benötigen einen Einweisungsschein für Krankenhausbehandlung. Der Diensthabende Oberarzt ist über die Telefonzentrale erreichbar (Tel. 06221 319 - 0).

Wissenschaftliche Evaluation

Das Behandlungskonzept wird kontinuierlich weiterentwickelt und seine Wirksamkeit wissenschaftlich überprüft. Bisher sind folgende Publikationen erschienen:

T. Zieschang, I. Dutzi, E. Müller, U. Hestermann, N. Specht-Leible, K. Grünendahl, A. Braun, D. Hüger, P. Oster: A special care unit for acutely ill patients with dementia and challenging behaviour as a model of geriatric care (Die Geriatrisch-Internistische Station für Akuterkrankte Demenzpatienten (GISAD) als Innovatives Versorgungsmodell). Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie (2008) 41:453–459

T. Zieschang, I. Dutzi, E. Müller, U. Hestermann, K. Grünendahl, A. Braun, D. Hüger, D. Kopf, N. Specht-Leible, P. Oster. Improving care for patients with dementia hospitalized for acute somatic illness in a specialized care unit: a feasibility study. International Psychogeriatrics (2009) 22(1):139-146


Ihre Ansprechpartnerin

Dr. med. Hedda Opitz

Dr. med. Hedda Opitz

AGAPLESION BETHANIEN KRANKENHAUS HEIDELBERG gGmbH
Rohrbacher Str. 149
69126 Heidelberg
T (06221) 319 - 1501
F (06221) 319 - 1505
hedda.opitzthis is not part of the email@ NOSPAMbethanien-heidelberg.de